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Trailrunning Münchner Hausberge – Fockenstein

6. Dezember 2016

Trailrunning in den Münchner Hausbergen Teil 2 – dieses Mal nicht am Walchensee, sondern am Tegernsee oder in Bergen gesprochen vom Herzogstand/Heimgarten nun zum Trailrunning am Fockenstein.

Sonntag, 4. Dezember morgens um 6:30 Uhr.

Der Großteil aller normaldenkenden Personen hat sich da noch wohlig schlummernd im Bett befunden und sich noch einmal unter der warmen Decke umgredeht, ein Äuglein Richtung Wecker um dann festzustellen, dass man Gott sei Dank noch ein paar Stunden im Traumland weilen kann.

Nicht so meine Wenigkeit, als ambitionierte Anhängerin des Trailrunnings. 6:30 Uhr, der Wecker klingelt und ich fluche. Wie auch immer ich mich dazu habe überreden lassen am 2. Advent in die Berge zum laufen zu fahren ist mir im Nachhinein auch nicht mehr wirklich klar, aber mei, was tut man nicht alles, wenn man weiß, dass im nächsten Frühjahr ein Laufcamp ansteht und auch der erste Wettkampf der Saison.

Um also der müden Trailrunnerin Leben einzuhauchen ging es in die Münchner Hausberge. Genauer gesagt zum Tegernsee auf den wunderschönen Fockenstein.

Mit einer Höhe von 1564 m ist er eher niedrig, aber seinen großen Brüdern in der Region steht er in Sachen Aussicht nichts nach. Auch wenn man der Route nachsagt nicht besonders attraktiv zu sein, kann ich das nicht bestätigen. Die Bilder sprechen meiner Meinung nach auch eine andere Sprache

Hier kommt die Tour, die ich jedem Trailrunner zum Training nur allerwärmstens ans Herz legen kann:

Route: Bad Wiessee – Fockenstein – Bad Wiessee

Startpunkt: Wanderparkplatz Sonnenbichl (nach der Kirche rechts abbiegen und ganz bis ans Ende der Straße fahren)

Länge: knapp 16 km

Kann auch durch weitere Gipfel beliebig verlängert werden!

Höhenmeter: ca.- 750 hm

Wegbeschreibung:

Trailrunning FockensteinAm Wanderparkplatz beim Sonnenbichl folgt man den Wegweisern am Waldrand. Bei der ersten Gabelung, sind wir links den breiten Fahrweg entlanggelaufen, dieser soll für die nächste Stunde unser Weg sein. Durch einen schattigen Graben geht es gemütlich entlang des Zeiselbaches stetig bergauf. Steil kann man diesen Abschnitt nicht gerade nennen und das ist für den Einstieg auch sehr angenehm. So trabt man die ersten Kilometer locker leicht bergauf, sodass auch Anfänger oder Asthmatiker kein Problem haben zu laufen anstelle zu speedhiken. Der uns umgebende Bergwald ist leicht gezuckert und da wir sehr früh losgelaufen sind, treffen wir unterwegs auch keine Menschenseele. Der Berg und der Wald sind bis auf ein paar Tierlaute ruhig und fast schon ein wenig mystisch. Nach der Zeiselbach-Winterstube beginnt der Weg steil anzusteigen.Zauberwald

Für mich bedeutete dieser Weg nun das Tempo zu drosseln und aufs Speedhiken umzusteigen, da bei Minusgraden und mit der Steigung auch mein Asthma seine Anwesenheit ankündigte. Ansonsten lässt sich aber auch diese Passage schön laufen, wenn man das Tempo anpasst. Der Weg führt immer geradeaus bis man nach einer kurzen ebenen Passage die freien Flächen unterhalb der Aueralm erreicht. Etwa 10 Minuten später laufen wir rechts an der Aueralm vorbei, die in diesem Winter Wonderland einfach nur zauberhaft ausschaut. Über den breiten Rücken geht es leicht bergab. Am nächsten Wegweiser nehmen wir den rechten Weg (haha!) und folgen der Beschilderung „Fockenstein“.

Hier geht es über ein paar Serpentinen noch einmal über einen Rücken hinauf zum Gipfel. Nach einer steileren Passage folgt eine kurze Kletterei, die man aber sehr gut schaffen kann. Danach geht es noch ein kleines Stück den Gipfel hinauf und dann steht man am kleinen Gipfelkreuz des Fockensteins. Der Ausblick ist herrlich und man kann sich mit Blicken auf den Tegernsee, die umliegenden Kampen, den Hirschberg und die Benediktenwand laben.

Insgesamt haben wir für den Aufstieg etwa 1:35 h gebraucht.Aueralm

Am Gipfel verweilten wir ein wenig und genossen die Stille um uns herum. Die Aussicht ist wirklich schön, vor allem wenn die umliegenden Gipfel bereits verschneit sind und unter einem ein Nebelfeld liegt. Das war ohnehin wirklich toll. Unten im Tal herrschte absolute Nebelsuppe und oben überhalb der Wolken herrlichster Sonnenschein und blauer Himmel über einem. Dementsprechend eisig ware es zwar, aber wie man auf dem Foto sehen kann, muss man nur 6 Schichten tragen und schon geht auch das bei der Gipfelpause gut.

Gut ausgeruht und nach einer kleinen Jause, ging es über den gleichen Weg wieder herunter ins Tal.  Eins kann ich euch sagen: es hat so richtig Laune gemacht. Der Weg ist prädestiniert für feinste Downhills (immer diese neudeutschen Modewörter, ne?).

Gipfelkreuz Fockenstein Berge am Tegernsee

Die Passagen, die mir anfangs zu steil waren um sie laufen zu können, konnte man grandios herunterlaufen ohne ständig abbremsen zu müssen oder die Gelenke zu extrem zu belasten. Wir sind den uns nun entgegenkommenden Wanderern in einem (gefühlten) Affenzahn entgegengerannt und mehr als einmal haben diese sich wohl gefragt, auf welcher Droge wir wohl unterwegs sein müssten um bei Minusgraden und Schnee durch die eisige Berglandschaft zu rennen.

Trailrunning

 

 

Ach naja, high on Adrenaline ;-).

Obwohl…wir waren da nicht die einzigen seltsamen Gestalten, denn unterwegs haben wir ein paar Wanderer getroffen, die augenscheinlich einen Baum umarmten. Aber gut, jeder Jeck is anders, oder so! Außerdem haben sie auf mein schön laut herausgeschmettertes „Servus“ auch freundlich aus dem Baum heraus genuschelt und sowas lob ich mir ja. Ein Gruß gehört für mich am Berg einfach zur Etikette (ja, ich geb‘s zu, ich bin da strikt- aber selbst wenn ich keuchend durch die Gegend renne, schmettere ich jedem noch ein Servus zu, ich mag diese Herzlichkeit).  Trailrunner

Für den Downhill haben wir dann noch einmal etwa 1:10 h gebraucht und nach 2:45h fanden wir uns wieder am Wanderparkplatz.

Fazit:

Die Tour ist ein guter Tipp für eine kurze, aber knackige Einheit und wer nicht scharf darauf ist Unmengen von Menschen zu begegnen, sollte sich die Tour (gerne auch zum wandern) für die kältere Jahreszeit vornehmen.Wobei ich zum Trailrunning davon abraten würde nach ausgiebigem Schneefall zu laufen, es sei denn man ist schon versiert darin. Im Sommer oder Herbst hingegen dürfte man selten das Glück haben den Berg so einsam und ruhig vorzufinden, wie es uns vergönnt war. Es sei denn man steht noch früher auf ;-).

Wer gerne den ersten Teil meiner Tourempfehlung zum Trailrunning in den Münchner Hausbergen lesen möchte, klickt hier: http://www.dasistdochwahnsinn.com/trailrunning-muenchner-hausberge/

Zum Schluss noch ein paar Bilder:

 

 

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