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Run Signature – Laufanalyse Brooks Running

12. August 2016

Laufanalysen gibt es ja bekanntlich viele – ich hab auch schon so einige hinter mir und jede hat etwas anderes ergeben. Überpronation, keine Überpronation, Stütze notwendig, Stütze nicht notwendig. Gefühlt hat da jeder eine andere Meinung und es ist Glückssache an einen guten Laufschuhverkäufer zu geraten, der sein Handwerk versteht und sich bei der Analyse die Zeit nimmt auf die persönlichen Bedürfnisse des Läufers einzugehen.

Dies hat sich anscheinend auch Brooks gedacht, denn dort gibt es jetzt etwas Neues.

Run Signature.

Brooks sagt dazu folgendes:

„Es gibt dich nur einmal, dich und deinen einzigartigen Laufstil“

„Brooks ermittelt deine natürliche Laufbewegung und findet dazu den passenden Schuh. Deinen Laufschuh. Das spürst du mit jedem Schritt.“

(wer dazu tiefergehende Infos möchte – bei Brooks gibt es dazu ein recht interessantes E-Book, kann man sich herunterladen)

Soweit so gut, aber wie genau funktioniert das bitte?

„Basierend auf unserer wissenschaftlichen Forschung analysieren wir die natürlichen Bewegungsabläufe des einzelnen Läufers. Dann lassen wir die Läuferinnen und Läufer entscheiden, welches Lauferlebnis sie sich wünschen – weich oder federnd, flexibel oder schnell.“

Das ist die Theorie: Der Fokus liegt auf dem Knie. Denn hier ist der Dreh- und Angelpunkt. Was im Knie passiert ist die Ursache für die Folge am Fuß. Sprich: wenn mein Knie sich in die eine Richtung bewegt, dann wird sich das auch weiter unten bemerkbar machen. Sagte man mir zumindest bei meinem Besuch bei Brooks Running bei Sport Schuster in München, denn ich weiß ja gern wieso, weshalb und warum und bei Laufanalysen hatte ich nicht das Gefühl, dass man das Rad noch neu erfinden kann. Tatsächlich klingt das aber  interessant mit dem Knie.

Das Prinzip kennt der ein oder andere sicherlich noch aus dem Physikunterricht: Ursache und Wirkung. Der  eigene Laufstil soll nicht korrigiert, sondern unterstützt werden und zwar so weit, dass er rund funktioniert. Sich selbst nicht verbiegen und der eigene Bewegungsablauf soll ebenfalls nicht künstlich verbogen werden. Die Schuhe dienen zur Abrundung. (mal die Infos in meinen eigenen Worten zusammengefasst)

Der persönliche Laufstil, bei Brooks „Run Signature“ genannt, bildet die sog. Baseline (Grundstock, Basis). Daran wird dann der Schuh im späteren Verlauf ausgerichtet. Um Verletzungen vorzubeugen und unnatürliche Bewegungsmuster zu minimieren soll der Schuh „in sync“ mit der Baseline sein und den natürlichen Bewegungsablauf so nah wie möglich an eben dieser halten. Und das ist tatsächlich innovativ– bisher war es (zumindest nach meiner persönlichen Erfahrung) so, dass die Schuhe den eigenen Bewegungsablauf in Richtung perfekten, einzig richtigen Bewegungsablauf bringen sollten. Da nicht jeder Läufer perfekt läuft ist das  mitunter mit einer starken Korrektur verbunden und so hab auch ich bereits Schuhe auf den Fuß gezimmert bekommen, die am Ende zu Verletzungen geführt haben. Höchstwahrscheinlich rührten diese daher, dass meine Bewegungsablauf zu unnatürlich bearbeitet wurde, der Widerstand meines Körpers war wohl zu groß – soweit meine persönliche Theorie – auch schon vor der jetzigen Laufanalyse und mit Zuspruch meines Orthopädietechnikers, der wenig davon hält einen Läufer in seinem Laufstil zu einer Norm trimmen zu wollen. Daher finde ich die Idee einer sog. „Run Signature“ durchaus interessant.

In der Praxis lief das Finden der Run Signature und des dazu korrespondieren Schuhs dann wie folgt (auf den vielen Spaß den wir dabei hatten und die Verzweiflung, die die netten Brooks Laufberater irgendwann sicherlich verspürten, weil wir soviel schnatterten und gackerten, gehe ich mal nicht ein – hatten wir aber):

Man bekommt um das rechte Bein überhalb und unterhalb des Knies eine Maschette mit lichtreflektierenden Sensoren geschnallt. Vor und hinter dem Laufband sind Leuchtstrahler installiert, mit deren Hilfe dann auf diese Sensoren Licht geworfen wird.  Zunächst macht man auf dem Laufband Kniebeugen, welche mit einer Kamera aufgezeichnet werden. Dadurch sieht man, welche Neigung das Knie hat (bei mir stark nach innen).

Sensoren am Bein

Sensoren am Bein

Auf dem Laufband

                                                                                                      

 

Besprechung der Analyse

Beim Laufen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Danach wird ohne Schuh, aber mit Sensoren etwa 2 Minuten lang gelaufen, während sowohl von vorne als auch von hinten Aufnahmen des Laufs gemacht werden.

Das Ganze wird dann ausgewertet und man bekommt vom Brooks Mitarbeiter erläutert, wie die eigene Run Signature aussieht und unterschiedliche Schuhe getestet, die vom Laufberater vorausgewählt werden.

In meinem Fall waren es:

  • Brooks Ravenna
  • Brooks Ghost
  • Brooks Pure Flow

Mit jedem Schuh wird das Procedere des Laufens und Filmens wiederholt und mit der eigenen Baseline verglichen. Man sieht recht deutlich, ob der Schuh zum eigenen Bewegungsablauf passt oder nicht.

Mir passte der Brooks Pure Flow zum Beispiel nicht gut, das spürte ich auch. Die beiden anderen Schuhe waren in etwa gleich gut, da sie meinen Bewegungsablauf optimal unterstützen.

Welcher ist aber der Richtige? Das wollte ich vom Laufberater wissen. Daraufhin schüttelte er aber den Kopf und meinte –das sei jetzt meine Aufgabe. Beide Schuhe passen  großartig zu meinem Laufstil, letztlich müsse ich entscheiden, welcher vom Laufgefühl besser zu mir passe.

IMG_7534

Eine Prämisse bei Run Signature – am Ende soll der Läufer entscheiden, welches Laufgefühl er möchte. Brooks hat dazu 4 Kategorien von Laufgefühlen entworfen:

  • Energize (dynamisch und kraftvoll)
  • Cushion (weich und komfortabel)
  • Speed (Schnell und dynamisch)
  • Connect (leicht und flexibel)

Je nach persönlichem Gusto kann man dann wählen, welcher Schuh am besten zum eigenen Laufstil passt.

Hat von euch schon jemand diese Laufanalyse getestet? Ich fand es sehr interessant und bin gespannt, ob es wirklich funktioniert. Schaumama, dann seh’n mehr scho!

Ich wurde übrigens nicht gebeten diesen Artikel zu schreiben und eine Gegenleistung hab ich auch nicht bekommen, ich finde es tatsächlich interessant und wollte über meinen persönlichen Eindruck berichten ;-). (wir haben zwar versucht zumindest ein T-Shirt abzustauben, aber da war nix zu holen – die gibt’s nur bei der Run Happy Tour, bei der ich zumindest leider nicht vor Ort sein kann, wenn sie in München gastiert, mimimimi).

PS.: Vielen lieben Dank an Petra (alias @arberkatz) für den Tipp und das supernette Treffen. Es war sehr schön dich live kennenzulernen. Merci auch an die geduldigen Brooks Mitarbeiter – wir drei Schnatterliesen dankens euch!

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