Equipment

Moov Now Activity Tracker

16. Mai 2016

Auf der ISPO 2016 in München habe ich freundlicherweise   einen der Award Winner Wearables – den Moov Now Activity Tracker-   zum testen zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank dafür!

 

Dummerweise folgte aber direkt danach meine Sehnenverletzung und an ein ausreichendes Testen war nicht zu denken. Dabei hat mich das Thema soooo interessiert, ich frage mich ja schon, ob so ein Tracker was bringt und vor allem ob er alltagstauglich ist. Meine Mutter schwört zum Beispiel auf ihren…ich hingegen bin teilweise mit meiner idiotensicheren Pulsuhr bereits überfordert…als was taugt so ein Ding? Ist es genau? schafft es einen zur Bewegung zu motivieren oder landet es am Ende in der Ecke??? Damit diese Fragen nicht auf ewig ungeklärt bleiben, habe ich daher Hilfe bekommen :-).

 

Netterweise hat sich die liebe Anne als Testperson zur Verfügung gestellt. Anne hat übrigens über 50 kg seit Mai 2015 abgenommen und ist aufgrund ihrer neu gewonnen Aktivität eine perfekte Testperson. Wer meh r über ihren Erfolg lesen möchte (sehr sehr beeindruckend!!!) der kann dies auf www.lchf.de unter der Rubrik Stolperfallen und Fett gegen Fett? LCHF bei Lipödem tun. 

 

So, aber nun zu dem Textobjekt – dem Moov Now – ein Multisport Activity Tracker.

Das sagt der Hersteller: 

 

Beschreibung

Der Moov Now ist ein einzigartiger und besonderer Fitnesstracker. Im Gegensatz zu anderen Fitness-Trackern benutzt er keinen Beschleunigungsmesser zur Bewegungsaufzeichung, sondern einen 3D-Omni-Motion-Sensor. So können komplette Bewegungsbilder erstellt werden und die Analyse des Training wird viel genauer. Erhalten Sie die wirklich relevanten Daten, wie z.B. die Züge beim Schwimmen oder die Auftrittshärte beim Laufen. Dazu bietet er 5 Sportarten, 12 Programme und mehr als 200 Personalisierungsniveaus!

– laufen und wandern
– Radfahren 
– schwimmen 
– cardio boxen

– Ganzkörper Workout 

OVP: 79 EUR 

und ein optischer Eindruck:

 

 

und nun kommt der Testbericht von Anne, die das kleine Gerät wirklich auf Herz und Nieren getestet hat ;-). 

 

„Yeah, ich hab seit neuestem ein schickes Spielzeug am Handgelenk: den Moov Now, ein Activity Tracker! Und ich freu mich dolle über die Möglichkeit, ihn jetzt für Nadine testen zu dürfen! Danke.

Einige Wochen sind vergangen, in denen ich den ActivityTracker Tag und Nacht bei mir hatte. Und es hat Spaß gemacht! Aber der Reihe nach… 

Der erste Eindruck ist positiv. Kernstück des Trackers ist der Moov, ein rundes, flaches Etwas das ab sofort alle meine Bewegungen und meinen Schlaf aufzeichnen soll. Der Moovist in verschiedenen Farben erhältlich. Dazu gibt es zwei Bänder, ein längeres um ihn am Bein zu tragen und ein kürzeres fürs Handgelenk. 

 

So, Band am Handgelenk – und nun?

 

Smartphone nehmen, App runterladen, Bluetooth und GPS einschalten, Moov synchronisieren.
Wie, nur die App? Ja, leider. Es gibt keine Möglichkeit den Moov mit dem PC zu synchronisieren, die Auswertung erfolgt einzig und allein über die App. Das mag bei Smartphones mit größerem Display funktionieren, bei allem unter 5 Zoll macht es denke ich keinen Spaß mehr.
Die App ist kostenfrei für iOS und Android erhältlich und ist in wenigen Minuten heruntergeladen
Die App mit allen Features sowie den Installationsanweisungen gibt es ausschließlich auf Englisch. Das finde ich nicht problematisch, jedoch denke ich, soll das Produkt auch auf dem deutschen Markt erfolgreich sein, muss hier nachgebessert werden.

Sobald der Moov von der App über Bluetooth erkannt wurde, geht es weiter mit persönlichen Angaben. Geschlecht, Alter und Gewicht sind obligatorisch, denn auf diesen Daten basiert schließlich unter anderem die Berechnung des Kcal Verbrauchs. Damit ist die Installation dann aber auch schon abgeschlossen und es kann losgehen.

 

Grundsätzlich unterscheidet der Moov zwischen normaler Alltags-Bewegung (wobei es NICHT um Schritte geht die gezählt werden!) und speziellen Workouts.
Und damit unterscheidet sich der Moov Now meiner Meinung nach wesentlich zu anderen Trackern, die in der Regel auf Schritten basierend rechnen und nicht auf der Bewegung in ihrer ganzen Intensität wie es der Moov tut. Denn der Moovmisst dreidimensional, dazu nutzt er einen Gyroskop, einen Magnetometer und einen Beschleunigungsmesser. Das alles ist ordentlich verpackt in dem kleinen runden „Etwas“.


Beschrieben wird der Moov als „Fitnesstrainer am Handgelenk“ und ich denke, seinem Ruf wird er gerecht. Wie das funktioniert? Ohne App und die Siri-mäßige Computerstimme zunächst mal gar nicht :D
Öffnet man aber die App, bekommt man eine Auswahl verschiedener Sportarten angeboten: Laufen, Radfahren, Schwimmen, Bodyweight Workouts und Boxen (für letzteres braucht man jedoch noch einen zweiten Moov). Als Nutzer wird man durch das Workout geführt, es gibt Tipps, Anweisungen, Lob und Tadel…

 

Genug der technischen Vorrede, kommen wir zum Praxistest!

 

Um das Ganze etwas anschaulicher zu machen, nehme ich euch einfach mit auf eine 24-Stunden Entdeckungstour mit dem Moov Now.

 

Es ist 6.00 Uhr, mein Wecker klingelt. Tatsächlich, ein Standardwecker, denn eine Weckfunktion hat der Moov nicht. Dafür zeigt er mir, sobald ich ihn das erste Mal für heute synchronisiere, an, wie lange ich geschlafen habe und wie viel Zeit davon Tiefschlaf war. Gemessen wird das anhand meiner Bewegungen im Schlaf – erste Voraussetzung ist also, dass ich den Moov auch in der Nacht an Fuß- oder Handgelenk tragen muss, wenn ich denn etwas über mein Schlafverhalten erfahren möchte.

 

10 Uhr, Pause… Das zweite Mal an diesem Tag aktiviere ich an meinem Smartphone Bluetooth und drücke auf den Moov. Sofort blinkt er und beginnt mit der Synchronisation. Ich bin neugierig, was sich in der Zeit seit dem Aufstehen getan hat. Bisher hatte ich einen ganz gewöhnlichen Morgen – und bin überrascht, wie viel aktive Zeit der Tracker bisher schon erfasst hat. Gut, ich habe keinen Schreibtischjob sondern bin den ganzen Tag über in Bewegung, aber trotz einiger kurzen Sitzpausen bin ich immerhin schon bei 42min aktiver Zeit und 86 zusätzlich verbrannter Kcal angelangt. Wie oben schon erwähnt, ist der Moov kein Schrittzähler, sondern erfasst die Dauer und Intensität der Bewegungen. Zeit am PC z.B. und die damit verbundene Bewegung der Hand beim Schreiben wird zwar als „wache“ Zeit erkannt, aber nicht als aktive Zeit bewertet. D.h., erst aber einem bestimmten Level wird Bewegung dann zu aktiver Zeit gerechnet.

 

12.30 Uhr, Zeit fürs Mittagessen und ein kleines Update! Seit der Frühstückspause hat der Moov die Kalorien auf Basis meines Grundumsatzes weiter gezählt. Nach der Auswertung meiner Bewegung der letzten 2,5 Stunden addiert er den Leistungsumsatz dazu. Hmm, ich liebe diesen Moment wenn die Zahl umspringt und ich sehe, wie mein Kalorienbudget des Tages wächst 😉
Während meiner Pause freilich, tut sich nicht viel. Der „Bewegungsbalken“ in der App bleibt unten – kein Wunder, ich bewege mich ja auch nicht sondern genieße einen Moment Ruhe. 

 

16 Uhr, und ich habe Zeit für ein kleines Workout. Ich freu mich auf das Workout 7+, das ich auf der Moov Now Appgefunden habe und bin total gespannt, was mein kleiner „Personal Trainer“ denn nun kann.

Das 7+ Workout ist ein kurzes, aber knackiges funktionales Training ohne Hilfsmittel, rein mit dem eigenen Körpergewicht. Das Programm beinhaltet 6 Übungen, die in 3 Runden hintereinander ausgeführt werden. Der Moov kommt dabei ans Handgelenk und anhand der Armführung erkennt die App, ob die Übung richtig und vollständig ausgeführt wurde und gibt entsprechend Korrektur oder feuert an. Vor jeder Übung wird die korrekte Ausführung per Video gezeigt – perfekt, um sich den richtigen Ablauf einzuprägen. 

 

Mein Fazit: nettes kleines Workout für zwischendurch, das mich allerdings in den unteren Level noch nicht sonderlich fordert. Aber es soll ja eine kontinuierliche Steigerung stattfinden und das erlebe ich auch in den nächsten Tagen.

 

Es ist 17 Uhr und inzwischen habe ich 2h und 34min aktive Zeit auf meinem Zähler. So langsam denke ich darüber nach was es heute Abend zu Essen geben soll und mir fällt auf, dass mir eine entscheidende Zutat fehlt. Hilft alles nichts, ich muss nochmal los zum Supermarkt. Hm, Rad oder Auto? Das Wetter ist toll, und so binde ich mir den Moov Now ans Fußgelenk, aktiviere Bluetooth und GPS, öffne die App und starte das Fahrradprogramm. Sobald der Moov Now via Bluetooth Kontakt zur App aufgenommen hat, geht es los. Während der Fahrt bekomme ich Anweisungen – etwa, dass ich mich nicht genug anstrenge, sprich der Widerstand nicht groß genug ist. Oder ich mal den Lahme-Ente-Modus ausschalten und einen Gang  zulegen könnte… Nach jedem Kilometer bekomme ich eine kurze Ansage, in welcher Zeit ich den letzten Km zurückgelegt habe. Ach ja, ab und an gibt es auch ein Lob, meist dann, wenn ich richtig in die Pedale treten muss! 

Wieder zu Hause angekommen gibt es eine Auswertung vom Feinsten. Ich kann mir die zurückgelegte Strecke auf einer Karte ansehen und bekomme einen Überblick über meine Leistung. Da geht es um die Kraft die ich beim Trampeln aufgewendet habe, um RPM, um zurückgelegte Höhenmeter, um den schnellsten Kilometer usw. Ach ja, der Kcal Verbrauch wird natürlich auch mitgeliefert. Fein für die Statistik und auch zu einem späteren Zeitpunkt noch abrufbar. Möglich ist rein theoretisch auch die Erfassung des Pulses via Bluetooth gesteuertem Pulsgurt.

 

18.30 Uhr, und es wird höchste Zeit zu kochen. Der MoovNow kommt wieder ans Handgelenk, schließlich soll er die Bewegung weiter erfassen und nicht denken ich mache gemütlich Pause im Stehen (es ist tatsächlich so, dass es einen Unterschied macht ob ich den Moov am Fuß oder Handgelenk trage. Da er ja keine Schritte, sondern nur die Bewegung erfasst und ich viel mit meinen Händen arbeite, habe ich mir angewöhnt, den Moov im Alltag am Handgelenk zu tragen).

 

20 Uhr, die Küche ist aufgeräumt und so langsam läute ich den Feierabend ein. Es zieht mich nochmal nach draußen, für einen kleinen Abend-Spaziergang mit meinem Mann. Er grinst schon, als ich sage: „Warte kurz“ … Und er wartet geduldig, bis ich den Moov wieder ordnungsgemäß am Fußgelenk platziert habe und das gleiche Spiel wie vor der Fahrradtour wiederhole. Nur, dass ich diesmal eins aus den vier (!) Lauf-Programmen wähle, und zwar „Run my own way“.

Dieses Mal zeichnet der Moov die Zahl meiner Schritte, die genaue Schrittlänge und die Stärke meines Auftritts auf und gibt auf dieser Basis, je nach Programm und Ziel, Anweisungen zum Laufverhalten. Natürlich wird auch Pace und Distanz ermittelt. Für Läufer sind das vier echt tolle Features! Via GPS wird die Strecke inkl. zurückgelegter Höhenmeter angezeigt.

 

Gegen 22 Uhr werte ich den Moov ein letztes Mal aus. Meine Tagesbilanz: 4h 2min Activity Time (hach, wie schön sich das liest) und insgesamt 3.311 kcal verbraucht. Ich bin zufrieden und sinke in mein Bett.

 

Nach ein paar Wochen der Testphase kann ich sagen: der Moov ist toll und wird seinem Ruf, der Trainer am Handgelenk zu sein, in weiten Teilen gerecht. Er bietet durch die Trainingsprogramme einiges, es macht immer wieder Spaß die Statistik anzuschauen und speziell nach dem letzten Software-Update ist die App auch graphisch recht ansprechend. Wenn ich zurückblätter an die Anfangszeit und das mit den Werten von heute vergleiche, dann hat der Moovdefinitiv dazu beigetragen, dass ich die ein oder andere Einheit an Extra-Bewegung eingebaut habe. Der Ehrgeiz hat mich an manchen Tagen gepackt, ein bestimmtes Kalorienziel zu erreichen! Und seit der Aktualisierung der App gibt es virtuelle Medaillen zu gewinnen, die bis zur 4 Stunden Bewegungsmarke anspornen. 🙂


Natürlich hat aber auch der Moov Grenzen. 
Die App ist z.B. gut ausgestattet mit Programmen; speziell beim Radfahren habe ich jedoch meine Zweifel, ob die Kalorien korrekt errechnet werden. Online-Rechner zeigen mir einen weit niedrigeren Wert an, wenn ich Zeit und Durchschnittsgeschwindigkeit eingebe.

Was der App fehlt sind Programme für die gängigsten Indoor-Ausdauersportarten wie etwa das Training auf dem Crosstrainer/Ergometer/Laufband. Ich habe versucht, die anderen Programme dafür zu nutzen. Leider Fehlanzeige, das funktioniert nicht. Zwar werden mir RPM und zurückgelegte Km angezeigt, aber das Training als solches wird nicht als Aktivität erkannt –  es werden keine aktiven Minuten und keine Kcal berechnet. Leider gibt es auch keine Möglichkeit, diese Art von Training manuell nachzutragen.

Sämtlichen Trainingsprogrammen fehlen Anweisungen zu Warm-Up und Cool-Down – das empfinde ich als echtes Manko!

Ein weiterer Minuspunkt ist für mich das Tragen des Bands am Fußgelenk. Sobald ich schwitze, rutscht das Band ab und hängt dann über dem Knöchel – für mich äußerst unangenehm. Leider ist dies auch beim Tragen von Kompressionsstrümpfen der Fall.

 

Alles in allem kann ich aber nur sagen: ein tolles Gerät, Preis-Leistung sind für mich absolut gerechtfertigt!“

PS. Ich hab Anne gefragt! Sie nutzt den Moov Now immer noch :-).

 

 

 

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