Allgemein, Motivation, Training

Ja, aber…

11. Dezember 2015

Wie oft hört man das: Ja, aber…

Man findet immer eine Ausrede um etwas nicht tun zu müssen. Ja, ich würde ja laufen gehen, aber jetzt ist es so kalt, das ist total ungesund dann.

Ja, ich muss was tun, aber ich hab einfach keine Zeit für’s Training.

Ja,  natürlich kann man vor der Arbeit auch schon laufen gehen, aber morgens ist es zu dieser Jahreszeit noch so dunkel und im Dunkeln mag ich nun wirklich nicht laufen gehen.

Es gibt gefühlt unendlich viele Dinge, die einen vom Training abhalten können und ehe man sich versieht ist man zur Couchpotato geworden.

Frag mal die erfolgreichen Sportler, ob die solche Ausreden gelten lassen…lass mich kurz nachdenken..äh, nein! Deshalb hab ich mir mal Gedanken gemacht, was mir hilft, wenn die Motivation im Keller ist und ich am liebsten 24/7 im Bett liegen würde. Hier kommen meine 8 Strategien (mir ist zwar noch mehr eingefallen, aber diese 8 erscheinen mir am geeignetesten um wirklich was zu bewegen, in diesem Fall mich selbst)

1. Keine weiten Wege zum Training

Wenn ich ewig weit reisen muss, bis ich überhaupt mal anfangen kann zu trainieren, dann überlege ich mir das dreimal. Am besten in der Nähe der Wohnung oder der Arbeit trainieren. Und seien  wir mal ehrlich: das geht. Ich will nicht schon wieder eine Ausrede hören. Laufen geht z.B. überall und mittlerweile findet man auch fast überall einen Sportverein, ein Fitnessstudio oder ein Schwimmbad. Die Möglichkeit Sport zu treiben liegt oft näher als man denkt!

 2. Training in den Alltag mit einbauen

Du hast wenig Zeit? Hey, willkommen im Club! Wer kennt es nicht: Vollzeitjob, nebenbei auch noch ein Leben und da soll dann auch der Sport mit reinpassen. Uff. Schwierig. Ja, schwierig schon, aber nicht unmöglich. In deiner Umgebung ist tatsächlich GAR KEIN Ort zum Sport treiben (halte ich für ein Gerücht, aber naja…)? Man kann die Bewegung/den Sport auch gut in den Alltag einbauen.

Easy peasy: auf das Auto/die Öffentlichen verzichten. Mit dem Rad zur Arbeit fahren. Und bevor ich jetzt höre: Ja, würde ich ja, aber….

Don’t bullshit a bullshitter! (Info: das ist eine Redewendung, die mein amerikanischer Gastvater immer genutzt hat, sie bedeutet : Lüge einen Lügner nicht an!)

Jawohl, ich kenn die Tricks und die Ausreden, mir brauchst Du nichts zu erzählen. Ich arbeite auch im Büro und muss da schick sein. Trotzdem kann ich mit dem Rad zur Arbeit fahren. Meine Pumps stehen im Büro und nen Blazer hab ich dort ebenfalls gebunkert. Wie ich auf dem Weg zur Arbeit ausschaue, das interessiert niemanden .

Selbst wenn das nicht möglich ist, weil der Weg zur Arbeit vielleicht einfach zu weit ist. Park das Auto nicht direkt vor der Arbeit, steig 2 Haltestellen früher aus. Man kann sich sehr wohl bewegen, wenn man wirklich will.

Mittagspause hat auch jeder. Verkürze sie um eine Viertelstunde und geh‘ eine Runde um den Block.

Selbst am Arbeitsplatz  kann man kleine Übungen machen oder einmal pro Stunde einfach aufstehen um sich etwas zu trinken zu holen, zum Drucker zu gehen oder was auch immer man nicht unbedingt am eigenen Arbeitsplatz erledigen muss. Das ist einzeln gesehend nicht viel Bewegung, aber bekanntlich macht Kleinvieh ja auch Mist. In Summe hat man sich am Ende des Tages mehr bewegt, als man denkt (habe ich getestet: meine neue Pulsuhr trage ich diese Woche 24/7 um zu sehen, was dieses Kleinvieh an Mist eigentlich so macht, mein bisheriger Fazit: 2000-5000 Schritte mehr als gewohnt kann man durch Bewegung im Alltag auf dem Bewegungskonto verbuchen).

3. Trainingspartner/Gemeinschaft suchen

Wenn man sich jemanden als Trainingspartner sucht, dann wird man dazu gezwungen Termine einzuhalten. Man sollte nie unterschätzen, dass der Mensch andere Menschen eher ungern enttäuscht. Verabrede dich mit einem Freund zum Training, dann fällt es dir leichter tatsächlich etwas zu tun. Ich mache das beim Laufen zwar nicht, weil ich lieber Punkt 1 beherzige und keiner in meiner Nähe wohnt, der dann mitlaufen würde, aber zum Klettern (okay, das geht nicht allein :D) und auch zum Fitness suche ich mir absichtlich Partner um nicht in letzter Sekunde doch noch eine Ausrede finden zu können. In 9 von 10 Fällen halte ich diese Termine dann auch ein.

Manche Menschen sind aber nicht dafür gemacht gemeinsam zu trainieren. Entweder ist es ihnen zu mühselig sich immer abzustimmen oder sie wollen die Trainings nutzen um mal Ruhe von allem zu haben. Vollkommen in Ordnung. Will man aber dennoch den Multiplikator der Gemeinschaft nutzen, kann man sich in Foren/sozialen Netzwerken mit Gleichgesinnten austauschen. Auch diese Form von Bestätigung ist nicht zu unterschätzen. Wir Menschen sind halt doch Rudeltiere ;-).

4. Sofort loslegen

Der Schweinehund hat sich kurz schlafen gelegt? Alles klar, sofort starten. Bloß nicht auf morgen warten. Das wird nix. Dieses ewige „ich mache das morgen“ „Morgen geht’s los“ „heute will ich lieber noch…“ ist einfach nur Quatsch. Sorry, das klingt hart, aber es ist so. Wenn ich damit anfange, dann krieg ich gar nix hin. Ich finde zu hundert Prozent immer wieder einen Grund erst am nächsten Tag anzufangen und dann am nächsten, denn der Tag war so hart, ich bin so müde, hab schon ne Verabredung…etc. pp.. Jetzt und hier beginne ich und aus die Maus.

5. Feste Termine setzen

Ich habe gemerkt, dass es mir hilft feste Tage fürs Training festzulegen, wenn die Motivation mal im Keller ist. Wenn ich mir vornehme Dienstags und Donnerstags zu laufen, dann plane ich auch den Rest der Woche drumherum und schaffe mir den Freiraum fürs Training. So wird das Training auch zur Gewohnheit und Gewohnheiten gibt man viel seltener auf. Das ist psychologisch bewiesen.

6. Ehrgeiz ja, aber bitte in Maßen

Ziele sollte man sich setzen. Ganz klar. Diese müssen aber realistisch sein, denn ansonsten läuft man von Beginn an in Gefahr zu scheitern. Man enttäuscht sich selbst, wenn man seine hochtrabenden Ziele nicht erreicht und die Konsequenz daraus ist leider häufig die völlige Aufgabe des Sports. Ich bin dazu übergegangen mir ein großes Ziel – sozusagen den Endgegner – zu setzen, was für mich der absolute Gipfel des Erfolgs ist. Auf dem Weg dahin setze ich mir aber kleine Etappenziele, von denen ich weiß, dass sie machbar sind und die mich auch nicht überfordern. Meistens sind das Wochenziele. Manchmal sind es aber auch wirklich Miniziele! Beispiel: Wenn ich merke, dass meine Tagesform nicht so doll ist, dann setze ich mir während des Laufs kleine Ziele, die ich erreichen will. Das ist banal, aber es hilft mir extrem. Während ich laufe picke ich mir Punkte heraus bis zu welchen ich auf jeden Fall laufen will (die nächste Laterne, ein Ahornblatt am Wegrand, eine Ampel, eine Straßenecke, der nächste Mülleimer…you get the picture!). Sobald ich an diesem Ziel vorbeigetrabt bin, suche ich mir das Nächste und danach noch Eines und noch Eines. So schaffe ich es fast immer meine vorher angepeilte Strecke trotz Tiefpunkt zu erreichen und kann stolz auf mich sein. Selbst wenn ich das aber nicht schaffe, habe ich eines meiner selbstgesteckten Ziele auf jeden Fall erreicht und einen Grund mit meiner Leistung zufrieden zu sein. Arbeitet mit solchen Tricks, das macht einen riesigen Unterschied! Wichtig ist dabei, dass man sich nicht „bestraft“, wenn man etwas nicht schafft. Verknüpft das Geleistete mit einem positiven Gefühl, das steigert das Selbstwertgefühl und hilft die Motivation nicht zu verlieren :):Go for it.

7. Dokumentation

Das A und O. Ich dokumentiere meine Trainings. Das heißt nicht, dass ich mich nach jedem Lauf hinsetze und niederschreibe wie es mir ging oder ähnliches. Ich lasse einfach eine App mitlaufen oder trage eine Pulsuhr und zeichne so mein Training auf. Hinterher kann ich es mir anschauen und habe meine Leistung festgehalten. Außerdem lassen sich so Fortschritte sehr leicht nachvollziehen.

8. Leistung anerkennen

Punkt 8 knüpft direkt an Punkt 7 an. Wenn ich meine Trainings festhalte, sehe ich meine Fortschritte. Die meisten Menschen neigen aber dazu ihre eigene Leistung klein zu reden. Warum man das macht? Keine Ahnung…man sollte stolz darauf sein, sich überhaupt bewegt zu haben. Jeder noch so kleine Fortschritt ist eine Leistung, die nicht jeder schafft. Sei stolz darauf. Manch anderer sitzt Tag für Tag auf der Couch und futtert Chips. Du nicht. Du tust was. Du bewegst dich. Damit hast du jeder Couchpotato bereits etwas voraus. Und ja…auch „nur“ eine halbe Stunde gemütlich rumtraben ist schon eine Leistung, auf die man stolz sein kann. Dafür muss man keinen Halbmarathon laufen. Freu dich über das Überwinden des Schweinehundes. Sei stolz auf dich.

Sodele, nach all diesen Tipps und Tricks:

Copyright by lettering by Maia

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Packen wir es an und zeigen dem Schweinehund mal wo der Frosch die Locken hat!!!!

PS. Habt ihr auch so Tricks oder Mechanismen, mit denen ihr euch motiviert und den Schweinehund austrickst?

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  • Sudda Sudda 11. Dezember 2015 at 22:15

    SAUBER!

    Sehr schöner Artikel. Und du hast SO recht. <3

  • Sudda Sudda 11. Dezember 2015 at 23:28

    Ach so – mein Tipp: Werd Trainer. Du kannst die Teilnehmer, die warten, nicht vor der Halle stehen lassen. Also hoch mit dem Poppes. Woche für Woche – Tag für Tag. 😉

    • Nadine 12. Dezember 2015 at 11:33

      daaaaanke dir :))
      Klar, ich werd nebenbei jetzt auch noch Trainer….naja, mal sehen, wenn ich den Halbmarathon gelaufen bin, brauche ich ja ein neues Ziel 😀
      ist allerdings ein sehr guter Tipp!