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Das ist doch Wahnsinn!

3. September 2015

Genau diese 4 Worte habe ich des Öfteren gedacht (und auch gehört), als ich mich dazu entschieden habe, einen Halbmarathon zu laufen.

Man mag sich jetzt denken: wieso soll das Wahnsinn sein? Es gibt Tausende, ach was sage ich, Millionen von Menschen, die einen Halbmarathon laufen – täglich.Das stimmt natürlich. Allerdings sind diese Menschen dann wohl auch Läufer.

Ich hingegen? Not so very much.

Um ganz ehrlich zu sein fand ich Laufen früher immer furchtbar doof und langweilig. Beim besten Willen konnte ich dieser Sportart nicht viel abgewinnen. Einfach so durch die Gegend laufen. Freiwillig. Weil man das will.Wieso sollte man das wollen?

Nun ja, ganz offensichtlich hat sich da etwas geändert.

Denn es stimmt: Nadine läuft 2016 einen Halbmarathon. Wer ist denn diese Nadine?

Gestatten: Nadine, gerade 30 Jahre alt geworden und eigentlich nicht unbedingt als Sportskanone bekannt. Vielmehr bin ich diejenige, die auch gern einfach mal auf der Couch abhängt und nicht unbedingt noch aktiv werden muss.

So war das jedenfalls lange Jahre lang.

Das hat dann (unter anderem) auch dazu geführt, dass ich ein ziemlich starkes Übergewicht angehäuft hatte. Mein Höchstgewicht lang bei knapp 105 kg bei einer doch eher geringen Körpergröße von 167 Zentimetern.

Da denkt man nun nicht an ein Laufwunder, welches über 21,1 Kilometer auch nur ansatzweise durchhalten wird.

In den letzten 3 Jahren habe ich durch eine Ernährungsumstellung bereits ca. 20 Kilogramm abgenommen (wobei ich vorher auch schon ein paar Kilos auf dem Weg verloren hatte).  Daher ist nun das Ziel einen Halbmarathon zu laufen nicht mehr vollkommen utopisch, aber dennoch eher ungewöhnlich. Denn mit Sport hatte ich nicht viel am Hut bisher.

Erst vor ca. 3 Monaten habe ich beschlossen wirklich etwas zu ändern und meinem Körper etwas Gutes zu tun. Ich begann regelmäßig ins Fitnessstudio zu gehen und habe dort mit Gewichten trainiert. Recht schnell sah ich auch Fortschritte. Mein Körper formte sich um (die Zunahme und dann die Abnahme meines Übergewichts hatte eben doch Spuren hinterlassen, ich sage nur Wink-Speck!) und ich fühlte mich von Training zu Training stärker und fitter. So hätte ich ganz sicher auf Dauer weitermachen können, alles wäre tutti gewesen. Doch irgendwo in den Untiefen meiner Gehirnwindungen formte sich ein fixer Gedanke: Wenn das jetzt so funktioniert – was könnte dann noch möglich sein?

So kam es, dass ich mir nichts, dir nichts vor ein paar Wochen die Laufschuhe anzog und einfach loslief. Einfach so. Raus aus der Tür und gib ihm.

Ich würde jetzt sehr gerne sagen, dass ich direkt 10 Kilometer am Stück gelaufen bin und das Ganze ohne jegliche Anstrengung, aber das wäre gelogen.

Ich lief 3,5 Kilometer und hatte wirklich Probleme es durchzuhalten. Mein Belastungsasthma zeigte sich und auf einmal bekam ich Seitenstechen. Ich schwitzte wie ein Schwein und ich würde drauf wetten, dass ich einen Kopf so hochrot wie eine vollreife Tomate hatte. Vollkommen erledigt bog ich nach diesem ersten Lauf wieder in meine Straße ein und schloß meine Wohnungstür auf. Ich sank auf mein Sofa und dachte mir nur: Verdammt, ich dachte wirklich ich wäre fitter…das kann doch einfach nicht wahr sein. Wie schaffe ich das mit dem Krafttraining, aber eine kurze Strecke kann ich nicht zusammenhängend laufen ohne dem Kreislaufkollaps gefährlich nahe zu sein.

Langer Rede, kurzer Sinn: das war der Moment, in dem mein Ehrgeiz geweckt war. Ich wollte das. Ich wollte Laufen und zwar richtig, mit allem drum und dran. Denn trotz der Erschöpfung und den kurzen Momenten nahe des Nerven- und Kreislaufkollapses, war eins klar: das Laufen machte mir (unglaublicherweise) Spaß. Ich wollte mehr davon und zwar gleich und vor allem auch ganz. Frei nach dem Moto: go hard or go home.

Denn so bin ich. Wenn ich mich einer Sache verschreibe, dann  mit aller Konsequenz.

Ich begann zu überlegen, wie ich es angehen könnte. Im Sommer 2013 war ich damals mit ein paar Mädels, die sich genauso wie ich nach dem LCHF-Prinzip ernähren, in Köln beim Women’s Run mitgelaufen. 5 km. Das hatte mit Ach und Krach geklappt. Könnte eine erneute Teilnahme im nächsten Jahr mein Ziel sein? Hmmm, nein. Zu einfach und vor allem schon gemacht. Ich wollte mir (!) beweisen, dass ich das auf Dauer kann, dass der kurze Moment des Spaßes während des Laufens kein Strohfeuer war und dass da noch mehr geht.

Ich weiß nicht mehr ganz genau, wie ich auf die Idee einen Halbmarathon zu laufen, kam, aber plötzlich war sie da und als dieser Gedanke einmal Form angenommen hatte, wurde alles andere ganz einfach.

Nächstes Jahr – 2016 (wann genau ist noch nicht ganz klar, aber spätestens im Herbst beim München Marathon) – laufe ich einen Halbmarathon. Mein Training begann genau in dem Moment, wo ich das entschieden hatte und jetzt heißt es durchhalten und weiterlaufen.

Ich habe bereits ein paar Läufe hinter mir und es ist immer noch nicht einfach, aber es wird jedes Mal ein Stückchen einfacher und vor allem ist es eins: ein Riesenspaß.

Also dann…auf geht’s – nächstes Ziel: Halbmarathon.

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  • Akilah 11. Mai 2016 at 0:14

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