Allgemein, Motivation

Changes…

9. Dezember 2015

Veränderungen.

Wer kennt sie nicht? Es gibt gute und es gibt schlechte Veränderungen. Die Schlechten lassen wir heut aber einfach mal außen vor. Daran muss man ja nicht erinnert werden.

Was für gute Veränderungen gab es in letzer Zeit in meinem Leben so? Och, so einige…fangen wir einfach mit dem Laufen an.

Das Laufen ist mittlerweile ein fester Bestandteil in meinem Leben geworden. Sehr fest. Selbst jetzt, wo ich dank eines sehr langwierigen Infektes nicht laufen darf, weil ich sonst meine Gesundheit gefährden würde, vergeht kein Tag an dem ich nicht ans Laufen denke.
Das ist schon ziemlich verrückt, wenn man bedenkt, dass ich vor 3 Jahren noch nicht einmal 2 Stockwerke erklimmen konnte ohne keuchend oben anzukommen. An Sport war nicht wirklich zu denken.
Wie man sehen kann: ich war eine andere Person vor 3 Jahren.
Ich wog 26 kg mehr (meine Reise ist übrigens noch nicht vorbei) und bei dem Gewicht fiel mir Bewegung  sehr schwer.

Als ich im Oktober 2012 von heute auf morgen mein Leben umkrempelte, war mir gar nicht klar, was das alles mit sich bringen würde.Wie ich das machte?
Mit LCHF. Sprich: Low Carb High Fat
Ich stellte meine Ernährung um. Ich hatte zu dem Zeitpunkt schon seit Jahren ein paar gesundheitliche Probleme und konnte mir keinen Reim darauf machen, woher es kam. Mein Hausarzt schlug mir dann quasi als letzte Konsequenz vor auf Kohlenhydrate zu verzichten. Er war der Ansicht, dass mein Körper seit einer Operation vor ein paar Jahren wahrscheinlich das Getreide nicht mehr ordentlich verarbeiten könne. Nach erster Recherche, wo sich diese Kohlenhydrate eigentlich überall verstecken, war ich zutiefst ernüchtert und nicht gewillt auf Brot und Nudeln zu verzichten. Zumal zu low Carb ja nicht nur Getreide zählt, sondern eben auch Stärke (Kartoffeln adieu und so). Ich konnte es mir nicht vorstellen.
Da ich aber beschwerdenfrei sein wollte und zudem überall las, dass man mit low carb auch noch hervorragend abnehmen kann, war ich schließlich doch soweit etwas zu ändern. Ich stieß auf den Blog von Sudda (kennst Du nicht? dann schleunigst mal reinschauen: http://suddas.blogspot.de/)  und fand Zuflucht bei lchf.de und dem dort angesiedelten Forum. In der Gemeinschaft wuchs mein Vertrauen in diese Ernährungsform und die anfänglichen Zweifel konnten ausgeräumt werden. Ich habe in den 3 Jahren selten wirklich etwas vermisst. Meine Ernährung bestand vor allem aus Gemüse, Fleisch und gesunden Fetten. Light Produkte wurden radikal gestrichen und mit natürlichen Produkten ersetzt. Ich aß nicht, wie von vielen vermutet nur Fett auf Fett. Vielmehr bestand mein Ernährungsplan aus viel Gemüse und dazu gute Fette und gutes Fleisch. Getreide und Zucker wurden von meinem Ernährungsplan gestrichen.

Siehe da: es funktionierte.
In einem Jahr hatte ich ca. 20 kg abgenommen, meine körperlichen Beschwerden waren größtenteils passé und ich begann mich in meinem Körper endlich wieder zuhause zu fühlen. Zaghaft traute ich mich an den Sport heran. Auch das Laufen testete ich an, es war aber doch noch relativ anstrengend, sodass ich es wieder bleiben ließ. Anfang diesen Jahres hatte ich aufgrund von Schludrigkeiten in der Ernährung wieder etwas zugelegt und war auch recht bequem geworden, was sich vor allem in Rücken- und Nackenbeschwerden äußerte. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Es musste etwas passieren. Die logische Konsequenz: Sport!

Ich begann mit Fitnesstraining im Fitnessstudio und baute zunächst ein gutes Muskelgerüst auf. Dafür nochmal danke an den Freund meiner besten Freundin, der mich anfangs gecoacht hat. Das war unglaublich viel wert! Ich fühlte mich schnell ziemlich fit und mein Körper formte sich nach und nach um. Nebenbei verlor ich noch einmal ca. 5 kg. Es lief also gut und irgendwo tief in mir drinnen wurde der Wunsch geweckt mein Leben insgesamt aktiver zu gestalten. Hatte ja augenscheinlich nur Vorteile. Gewicht viel besser unter Kontrolle, gutes Körpergefühl, weniger Wehwehchen.
Von einem Tag auf den anderen beschloss ich ernsthaft mit dem Laufen zu beginnen. Wieder eine 100%ige Bauchentscheidung (wer aufgepasst hat: diese Bauchentscheidungen haben bei mir meist eine Kettenreaktion ausgelöst und vieles zum Positiven verändert)

Ich schnappte mir die Laufschuhe und es ging los. Einfach so. Ohne viel Recherche und ohne irgendwelche Ziele. Laufen um zu laufen.

Quasi Reinkultur.

Ich könnte jetzt sagen, dass es vom ersten Schritt an total easy-peasy war und ich wie auf Wolken lief Kilometer für Kilometer lief.

Tu ich aber nicht, denn das wäre schlicht gelogen.

Ja, es war anstrengend, sicherlich kein Zuckerschlecken und ich hatte so manches Mal mit dem inneren Trüffelschnüffelschweinehund zu kämpfen, aber ich fühlte mich nach jedem Training sehr gut  und so baute ich das Laufen in meinen Alltag ein. Die Fortschritte kamen ziemlich schnell und ich fühlte mich mit jedem Lauf besser und fitter.

Teilweise war es ein Kampf, ich verfluchte mich auch öfters selbst, wenn ich die Hälfte der Strecke beispielsweise relativ locker gelaufen war um dann (oh Wunder!) zu bemerken, dass ich ja noch den gesamten Heimweg schaffen musste. Die Tücken der Realität.

Nicht konnte mich aber auf das Glücksgefühl vorbereiten, zu sehen, wie mein Körper in der Lage war das alles zu schaffen oder die Fortschritte, die mit jedem einzelnen Lauf sichtbar wurden. Es war überwältigend und ist es noch. Wie von selbst änderte ich meine Gewohnheiten. Ich achtete mehr auf meine Ernährung (heute esse ich übrigens ein gemäßigtes LCHF, was heißt, dass ich auch Früchte zu mir nehme und auch stärkehaltige Gemüsesorten wie Mais, Bohnen und Kartoffeln in Maßen im Speiseplan aufgenommen habe – Getreide ist immer noch tabu und Zucker gibt es nur aus natürlichen Quellen, also eben den Früchten oder selten auch mal in Desserts oder ähnlichem) und suchte mir eine weitere Sportart, die ich als Ausgleich zum Laufen betrieb: das Klettern.

Wieder eine Veränderung: ich bin nun auch Kletterin.

Auch hier: völliger Unglauben meinerseits zunächst. Ja, ich fand das Klettern schon immer irgendwie interessant. Allerdings sehr abstrakt interessant und vor allem aus der Ferne. Mich selbst hab ich nie in den Seilen gesehen. Bis ich mich einfach traute und bei einer guten Freundin, ihres Zeichens sehr versierte Kletterin, einen Schnupperkletterkurs absolvierte. Von da an entwickelte sich eine sehr rasche Eigendynamik und mittlerweile gehe ich etwa ein Mal wöchentlich klettern, besitze bis auf die Seile auch eine komplette Kletterausrüstung, bin Mitglied im Deutschen Alpenverein und Besitzerin einer Jahreskarte für die Kletterhalle. Tja, so kann’s kommen!
Die Kombination aus Laufen und Klettern ist für mich schlichtweg perfekt.
Beide Sportarten ergänzen sich optimal. Das Laufen trainiert die Kondition und hilft mir dabei immer wieder über meine Grenzen hinauszugehen und den Kopf abzuschalten. Das Klettern fordert alle Muskelgruppen und trainiert zudem meine Koordination und Beweglichkeit. Ein riesiger Bonus: meine Rückenbeschwerden sind bei regelmäßigem Klettern quasi nicht existent. Weiterer Bonus: ich bekämpfe aktiv meine Höhenangst. Häng‘ mal in 20m Höhe nur von einem Seil gesichert an der Kletterwand, da musst Du dich zwangsläufig mit solchen Ängsten auseinandersetzen und (und das ist viel wichtiger) sie auch tatsächlich überwinden.

Auch hier galt und gilt: es war und ist kein Zuckerschlecken. Es gibt Routen, die ich mehrfach geklettert bin und trotzdem hab ich es nicht bis nach ganz oben geschafft, weil mich meine Angst auf einmal kalt erwischt oder die Kraft mich verlassen hat. Trotzdem liebe ich den Sport und würde ihn nicht mehr missen wollen.

Eine fast schon zwangsläufige Veränderung ging mit den neuen sportlichen Betätigungen auch einher:

H&M, Mango, Zara und Co. waren früher mein Jagdrevier…dort zu shoppen war oftmals auch wirklich eine Jagd, denn ich passte bei einigen Marken in nur wenige Teile oder wenn, dann sah es nicht besonders hübsch aus. Gefallen hat mir aber alles und insgeheim hab ich mir immer gewünscht eine Figur zu haben, mit der ich all das tragen kann. Heute kann ich recht vieles tragenist es so, aber ich bin nicht mehr besonders anspruchsvoll. Eine Jeans und ein Pulli oder ne lockere Bluse. Fertig. Dazu Sneaker und Nadine ist angezogen. Viel lieber stöbere ich da bei Sportscheck, Globetrotter, Bergzeit etc. herum und such mir neue Sportsachen heraus ;-).Es musste sogar schon eine komplette Kommodenschublade geräumt werden, weil ich einfach keinen Platz mehr für meinen Berg an Sportklamotten hatte!! Hätte man mir vor 3 Jahren gesagt, dass ich mich mal für Funktionswäsche und atmungsaktive Tops begeistern könnte..ich hätte jedem einen Vogel gezeigt.

Aber so ist das mit diesen Veränderungen, sie treten ein, wenn man sie am wenigsten erwartet. Ich kann mich jedenfalls nicht beschweren.

Seht selbst:

IMG_0116

PS. Ich sagte ICH kann mich nicht beschweren. Das gilt nicht immer für mein nahes Umfeld. Die sind manchmal doch minimal (liebes Umfeld, minimal, ne?) genervt von meinem neugewonnen Aktionismus, meinem ewigen Gerede von irgendwelchen Läufen,  Outdooraktivitäten, Ausrüstung und und und. Gottseidank ertragen sie es aber ohne großes Murren und dafür bin ich sehr dankbar :-).

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  • Anne 11. Dezember 2015 at 8:14

    Poah, was für eine Veränderung!! Hut ab!! Du siehst klasse aus!
    Und ich wünsch Dir, dass du gaaaanz bald wieder ins Training einsteigen kannst.

    • Nadine 11. Dezember 2015 at 9:08

      Vielen lieben Dank 🙂
      Wenn ich es so schwarz auf weiß sehe, dann wundere ich mich auch immer wieder..die alte Nadine erkenn ich gar nicht mehr!
      Ich hoffe auch auf baldigen Trainingsstart, denn so langsam hab ich wieder Hummeln im Hintern (das werte ich als gutes Zeichen :D)!