Training

Anfängerfehler beim Laufen

21. Januar 2016

Ich trainiere ja grad auf meinen ersten Halbmarathon (was übrigens jedes Mal wenn es mir wieder bewusst wird immer noch der absolute Wahnsinn ist!!! ) und dabei ist mir schon der ein oder andere Fehler unterlaufen. Tüddelüüh…Macht nix, denn aus Fehlern lernt man und vor allem kann man seine Fehler niederschreiben und damit anderen Menschen diese Fehler vielleicht sogar ersparen.

Hier kommen daher meine Top-Anfängerfehler beim Laufen:
 

1. kein Check-Up
es heißt ja sehr oft, dass man einfach loslaufen soll. Laufen sei der einfachste und praktikabelste Sport überhaupt! Schuhe an und ab dafür.
Ja, das stimmt…
ABER! (ja, es gibt ein Aber!) Wer noch nie gelaufen ist und vielleicht auch sonst ein Sportmuffel ist, der tut gut daran, sich erstmal kurz von einem Doc durchchecken zu lassen und sich ein Go zu holen. Klar, das nervt und dahin ist die Illusion vom lockeren und leichten Einstieg ins Läuferleben, aber es kann wirklich nicht schaden. Das gilt übrigens vor allem, wenn man gesundheitlich nicht unbescholten ist, da sollte man auf jeden Fall den Doc seines Vertrauens konsultieren!
2.  einfach loslaufen mit Übergewicht
Nicht falsch verstehen, ich bin absolut dafür, dass jeder mit ein paar Kilos zu viel sich die Laufschuhe schnappt und so die Kilos loswirft. Wenn es aber doch mehr als nur ein paar Kilos zu viel sind, dann sollte man das vielleicht nochmal bedenken mit dem Laufen bzw. Punkt 1 beherzigen und sich ein ärztliches Go holen.
Das soll absolut kein Abraten sein, aber ich weiß wovon ich spreche. Die Waage und ich standen bis vor ein paar Jahren auf eklatantem Kriegsfuß. Schön waren unsere spärlich gesäten Begegnungen wahrlich nicht – nicht selten wurde die Waage beschimpft und auch Tränen sind geflossen! Jawohl, mit über 100 kg hätte ich nicht einfach loslaufen wollen und wahrscheinlich – wenn man ehrlich ist – auch gar nicht können. Als ich es 2013 zum ersten Mal mit dem Laufen probierte war ich auch noch zu schwer und hatte sehr hart zu kämpfen. Meine Gelenke übrigens auch, die Armen!!
Daher…übereilt es nicht, legt langsam und mit einer gelenkschonenden Sportart los und macht euch nix kaputt, Verletzungen machen nämlich nur minimalst bis gar keinen Spaß!
PS. Solltet ihr doch nicht davon abzubringen sein (was ich wider besseren Wissens sogar verstehen kann…), dann lauft nicht auf Asphalt und um Gottes Willen den nächsten Punkt auf jeden Fall nicht tun!!!
3. mit irgendwelchen Sneakers oder alten Laufschuhen laufen
Ganz ehrlich? Das ist für jeden ein No-Go! kauft euch gescheite Laufschuhe. Punkt aus.
Okay, ich sag noch was dazu: es bringt nix mit irgendwelchen Sneakers rumzulaufen, es sei denn ihr tragt sie im Alltag. Denn da gehören sie hin. Ein Fußballer geht ja auch nicht in Flip-Flops auf den Rasen!
Ich hab den Fehler gemacht und das war schön blöd. Bin mit uralten Laufschuhen gelaufen, obwohl gefühlt jeder weiß, dass die Weichmacher in den Laufschuhen irgendwann futsch sind und man mit so nem Schuh eher ein Kotelett weich klopfen könnte, als ihn als Sportausrüstung zu nutzen!
Außerdem sollte man es sich wert sein den Schuh ordentlich anpassen zu lassen – von einem Spezialisten und nicht nach eigenem Stilgefühl oder monetären Erwägungen.
Ja, Laufschuhe sind oft nicht gerade günstig und ja, nicht alle gefallen einem optisch gleich gut.Vielleicht traut man sich amAnfang auch nicht ins Fachgeschäft, weil man noch nicht gut oder schnell läuft, noch moppelig ist oder was auch immer einen sonst so hindern mag.
Been there, done that!
Ich war erst letzte Woche neue Laufschuhe kaufen und all diese Gedanken hatte ich auch. Was wenn ich total blöd ausschau aufm Laufband, was denkt der Verkäufer bloß? Boah, ist das teuer…und schick ist irgendwie auch anders.
Ganz ehrlich? Alles Schwachsinn!
Da ist nicht ein guter Grund dabei! Die Laufschuhe müssen zu meinen Füßen, meinem Laufverhalten und meinem Körper passen. Ich kann das überhaupt nicht beurteilen! Hab ich auch eindrucksvoll bewiesen…wie meine Freunde bestätigen können: ich analysiere gerne  und meine gut Bescheid zu wissen (oft klappt das auch ziemlich gut ;-))! Bei den Laufschuhen lag ich komplett daneben..ich hatte mir sogar Bilder von mir beim Laufen rangezoomt um zu beurteilen ob ich supiniere oder überproniere (Fachwörter zum Thema, wie der Fuss abrollt).Ich hab es nicht richtig beurteilt. Genauso hab ich gedacht, dass ich wüsste, wie meine Beine zueinander stehen etc. pp..
Tja auch hier ein Fail.
Daraus hab ich gelernt, dass ich sowas lieber den Fachleuten überlasse und nur mitwirke. Siehe da – jetzt hab ich nen tollen Schuh, wo nix mehr drückt, ich mir die Füße net wundlaufe und alles etwas angenehmer ist.
Er ist nicht der hübscheste dieser Welt, aber mei, was soll’s!
Macht euch die Füße net kaputt, die leisten eh schon so viel, da muss man es ihnen nicht unnötig schwer machen, oder?

(das ist mein Neuer ;-))
4. zu viel zu schnell wollen
Kommen wir nun endlich zum Training! Ist der Start erstmal geglückt, verfällt man ja doch schnell in eine Euphorie und will unbedingt das neue Hochgefühl auskosten. Man läuft und das will man ja nicht aufgeben! Immer öfter werden die Schuhe geschnürt und die Straßen gerockt. Bis es anfängt irgendwo zu ziepen..da sollte man dann nen Gang runterschalten.
Aber das wäre ja doof…jetzt wo ich grad im Flow bin,will ich ja nicht aufgeben, was wenn ich sonst postwendend zur Couchpotato werde? Nee, nee, das Risiko geh’n wa lieber nicht ein, besser noch mehr laufen, man gewöhnt sich irgendwann schon dran!!
Zongggg!
Das ist genau die falsche Denke und so riskiert man ernste Verletzungen. Die Kondition wird oft rapide besser, aber die Sehnen und Bänder brauchen länger sich an die ungewohnte Belastung zu gewöhnen.
Will man natürlich weder hören noch wahrhaben. Schon klar. Auch das kenn ich nur zu gut. Sowas passiert anderen, aber mir doch nicht!!
Bis es dann halt doch passiert.
Merke: gegen regelmäßiges Training ist nichts einzuwenden, aber nicht fanatisch dabei sein. Der Körper braucht gerade am Anfang Zeit sich an die ungewohnte Belastung zu gewöhnen. Lieber pausieren oder ein Alternativtraining einbauen.
Was mich direkt zum nächsten Punkt bringt (schön oder? Ich hab noch was um rumzukritteln)
5. das Alternativtraining vergessen
Laufen. Ja. Sehr gerne.
Darüber darf man aber nicht vergessen, dass der Körper auch Kraft braucht und eine ordentliche Rumpfmuskulatur, damit das mit dem Laufen auch klappt.
Stabitraining…schon mal gehört?
Der Läufer als solches braucht ne stabile Mitte. Dann läuft er schön aufrecht und es ist auch gesund.
Eine stabile Mitte bedeutet, dass eben die Rumpfmuskulatur gut ausgebildet ist. Wie man das macht bleibt einem selbst überlassen: Ich plädiere darauf die Sportart zu betreiben, die einem dabei Spaß  macht.
Für mich persönlich ist das vor allem das Klettern, was ich in den letzten Monaten lieben gelernt habe. Ach naja, eigentlich war es sogar Liebe auf den ersten Blick, aber dank Höhenangst war diese Liebe nicht immer einfach!
Ich gehe etwa einmal die Woche klettern – zusätzlich dazu arbeite ich noch mit folgendem Gerät:

Das ist eine sogenannte Faszienrolle. Soll die Bänder bzw. das gesamte Weichteilgewebe (= Faszien) vorm Verkleben hindern und zu einer schnelleren und effektiveren Regeneration verhelfen. Ich trainiere gerne damit, auch wenn es manchmal a bissal zwickt.
Man kann aber auch Krafttraining an Geräten betreiben oder Pilates, Aerobic oder weiß der Kuckuck. Hauptsache man macht was!
Fazit: es gibt natürlich noch mehr Fehlerquellen, aber alles auflisten bringt ja doch nix und meines Erachtens ist man schon gut dabei, wenn man die obigen fünf Fehler vermeidet.
Wie ich auch nicht müde werde zu predigen: hört auf euren Körper!!! Das gilt sowieso als Mantra zusätzlich zu allem!!!
….es kann übrigens auch nicht schaden sich das Laufen  abwechslungsreich zu gestalten. Das fängt damit an nicht immer die gleiche Strecke zu laufen (weil irgendwann langweilig, was schlimmstenfalls zur Aufgabe des Laufens führt),  eventuell nicht immer die gleiche Musik auf den Ohren zu haben (einfach nachdenken oder wenn das nicht gewünscht ist ein Hörbuch hören), auch an der Technik zu arbeiten (ich sage nur Lauf-ABC, Intervalltraining, Fahrtenspiel und wie sie alle heißen – aber dazu ein anderes Mal mehr) und vor allem mit Spaß dabei zu sein.
Also dann: auf geht’s! Let’s run😊.

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